Gewichtsklassen Boxen Frauen Tabelle: Gewichtslimits & Bezeichnungen im Überblick 2026

Im Frauenboxen gibt es 2026 je nach Boxverband unterschiedliche Gewichtsklassen. Besonders im Profiboxen sind die klassischen Bezeichnungen wie Fliegengewicht, Bantamgewicht, Federgewicht, Leichtgewicht, Weltergewicht und Mittelgewicht weit verbreitet. Hinzu kommen zahlreiche Zwischenklassen wie Superfliegengewicht oder Superleichtgewicht.

Für eine einheitliche Übersicht lohnt sich die Orientierung an den großen Profiverbänden. Die WBA führt beispielsweise 16 Frauen-Gewichtsklassen vom Light Minimum bis zum Light Heavyweight; der WBC führt ebenfalls zahlreiche professionelle Divisionen und inzwischen auch die Atomweight-Klasse. (World Boxing Association)

Gewichtsklassen Boxen Frauen Tabelle 2026

Die folgende Tabelle orientiert sich an den offiziellen Gewichtslimits der WBA und den international üblichen Bezeichnungen im Profiboxen.

Gewichtsklasse Englische Bezeichnung Gewichtslimit
Leichtestes Mindestgewicht Light Minimumweight bis 46,27 kg
Mini-Fliegengewicht Mini Flyweight bis 47,63 kg
Halbfliegengewicht Light Flyweight bis 48,99 kg
Fliegengewicht Flyweight bis 50,80 kg
Superfliegengewicht Super Flyweight bis 52,16 kg
Bantamgewicht Bantamweight bis 53,52 kg
Superbantamgewicht Super Bantamweight bis 55,34 kg
Federgewicht Featherweight bis 57,15 kg
Superfedergewicht Super Featherweight bis 58,97 kg
Leichtgewicht Lightweight bis 61,23 kg
Superleichtgewicht Super Lightweight bis 63,50 kg
Weltergewicht Welterweight bis 66,68 kg
Superweltergewicht Super Welterweight bis 69,85 kg
Mittelgewicht Middleweight bis 72,58 kg
Supermittelgewicht Super Middleweight bis 76,20 kg
Halbschwergewicht Light Heavyweight bis 79,38 kg
Cruisergewicht Cruiserweight bis 90,72 kg
Schwergewicht Heavyweight über 90,72 kg

Die WBA nennt diese Limits ausdrücklich in ihren Regeln für Frauen-Weltmeisterschaftskämpfe. Das Schwergewicht beginnt dort oberhalb von 200 lb beziehungsweise 90,72 kg. (World Boxing Association)

Gibt es beim Frauenboxen mehr Gewichtsklassen als beim Männerboxen?

Die grundlegende Einteilung ist bei Männern und Frauen sehr ähnlich, allerdings haben sich im Frauen-Profiboxen teilweise eigene Bezeichnungen und zusätzliche untere Gewichtsklassen etabliert.

Der WBC führt beispielsweise eine Atomweight-Division. Diese liegt im Bereich von rund 46,3 kg und darunter beziehungsweise wird beim WBC als „+102 lbs“ geführt. Die WBC-Rangliste für Atomweight wurde im September 2026 aktualisiert. (WBC Boxing)

Dadurch können Tabellen verschiedener Verbände auf den ersten Blick unterschiedlich aussehen. Wer eine Gewichtsklasse für einen konkreten Kampf sucht, sollte deshalb immer den zuständigen Verband und dessen aktuelles Regelwerk berücksichtigen.

Leichtestes Mindestgewicht und Mini-Fliegengewicht

Am unteren Ende der professionellen Gewichtsskala liegen die besonders leichten Divisionen.

Die WBA bezeichnet die Klasse bis 102 lb beziehungsweise 46,27 kg als „Light Minimum“. Darüber folgt das Mini-Fliegengewicht bis 105 lb beziehungsweise 47,63 kg.

Diese Klassen sind vor allem im internationalen Profiboxen relevant. Im Amateur- und Verbandsboxen können dagegen andere Gewichtseinteilungen gelten.

Halbfliegengewicht und Fliegengewicht

Das Halbfliegengewicht endet bei 108 lb beziehungsweise rund 48,99 kg. Das Fliegengewicht reicht bis 112 lb beziehungsweise etwa 50,80 kg.

Diese beiden Gewichtsklassen gehören zu den etablierten Divisionen des internationalen Boxsports. Der Unterschied zwischen den Klassen beträgt jeweils nur wenige Kilogramm, kann für die körperliche Belastung eines Kampfes aber dennoch relevant sein.

Superfliegengewicht und Bantamgewicht

Über dem Fliegengewicht liegt das Superfliegengewicht mit einem Limit von 115 lb beziehungsweise 52,16 kg.

Das Bantamgewicht endet bei 118 lb beziehungsweise rund 53,52 kg. Darüber folgt das Superbantamgewicht bis 122 lb beziehungsweise 55,34 kg.

Gerade im Bereich zwischen Fliegengewicht und Federgewicht gibt es somit mehrere eng aufeinanderfolgende Gewichtsklassen. Dadurch müssen Boxerinnen beim Wechsel in eine höhere Division nicht zwangsläufig einen sehr großen Gewichtssprung machen.

Federgewicht und Superfedergewicht

Das Federgewicht hat ein Limit von 126 lb beziehungsweise rund 57,15 kg.

Darüber liegt das Superfedergewicht mit einer Grenze von 130 lb beziehungsweise 58,97 kg. Anschließend folgt das Leichtgewicht bis 135 lb beziehungsweise 61,23 kg.

Die Gewichtsklassen werden international überwiegend mit den englischen Bezeichnungen Featherweight, Super Featherweight und Lightweight geführt.

Leichtgewicht und Superleichtgewicht

Das Leichtgewicht endet bei 135 lb. Das entspricht ungefähr 61,23 kg.

Darüber beginnt das Superleichtgewicht mit einer Grenze von 140 lb beziehungsweise 63,50 kg. Diese Division wird häufig auch als Junior Welterweight bezeichnet.

Das Superleichtgewicht stellt damit eine Zwischenklasse zwischen Leichtgewicht und Weltergewicht dar.

Weltergewicht und Superweltergewicht

Im Weltergewicht liegt das Gewichtslimit bei 147 lb beziehungsweise 66,68 kg.

Darüber folgt das Superweltergewicht mit einer Grenze von 154 lb beziehungsweise 69,85 kg.

Das Weltergewicht zählt zu den bekanntesten Gewichtsklassen im Boxsport. Im Frauenboxen gibt es ebenfalls zahlreiche international bekannte Weltmeisterschaftskämpfe in dieser Division.

Mittelgewicht: bis 72,58 kg

Das Mittelgewicht reicht bis 160 lb beziehungsweise etwa 72,58 kg.

Eine Besonderheit des Jahres 2026 ist, dass Gewichtsklassen im Frauenboxen nicht nur eine theoretische Einteilung darstellen. Hochkarätige Boxerinnen wechseln teilweise zwischen mehreren Divisionen.

Ein aktuelles Beispiel ist Claressa Shields: Sie kehrte im August 2026 ins Mittelgewicht zurück und gewann erneut WBA- und WBC-Titel in der 160-lb-Klasse. (The Guardian)

Das zeigt, dass Gewichtsklassen im Profiboxen nicht zwangsläufig eine dauerhafte Zuordnung einer Sportlerin darstellen.

Supermittelgewicht und Halbschwergewicht

Das Supermittelgewicht endet bei 168 lb beziehungsweise 76,20 kg.

Darüber folgt das Halbschwergewicht mit einer Grenze von 175 lb beziehungsweise 79,38 kg.

Damit befinden sich diese Divisionen im oberen Gewichtsbereich des klassischen Boxsports. Oberhalb des Halbschwergewichts folgt das Cruisergewicht.

Cruisergewicht: bis 90,72 kg

Das Cruisergewicht reicht bei der WBA bis 200 lb beziehungsweise 90,72 kg.

Es bildet die große Gewichtsklasse zwischen Halbschwergewicht und Schwergewicht. Gerade im Frauenboxen ist das Cruisergewicht eine interessante Division, weil der Gewichtsunterschied zum Schwergewicht vergleichsweise groß sein kann.

Schwergewicht im Frauenboxen

Das Schwergewicht beginnt bei der WBA oberhalb von 200 lb beziehungsweise 90,72 kg. Anders als bei den meisten niedrigeren Divisionen gibt es nach oben keine feste Gewichtsgrenze. (World Boxing Association)

Das bedeutet beispielsweise, dass eine Boxerin mit 92 kg, 100 kg oder mehr grundsätzlich in der Schwergewichtsklasse antreten kann, sofern die jeweiligen Verbandsregeln erfüllt werden.

Der WBC verwendet inzwischen ebenfalls die klassische Einteilung bis zum Schwergewicht, wobei der Verband die aktuellen professionellen Divisionen in seinem Regelwerk aufführt. (WBC Boxing)

Frauenboxen im Amateur- und olympischen Bereich

Eine wichtige Unterscheidung ist zwischen Profiboxen und Amateurboxen. Die oben dargestellte Tabelle bezieht sich hauptsächlich auf das professionelle Boxen.

Im Amateurboxen gelten teilweise deutlich andere Gewichtsklassen. World Boxing führt beispielsweise für Frauen zehn Wettbewerbsklassen: 48, 51, 54, 57, 60, 65, 70, 75, 80 und über 80 kg. (World Boxing)

Für die Olympischen Spiele Los Angeles 2028 wurden dagegen sieben Frauen-Gewichtsklassen festgelegt: 51, 54, 57, 60, 65, 70 und 75 kg. (World Boxing)

Das ist ein wichtiger Grund, warum im Internet verschiedene Tabellen mit unterschiedlichen Gewichtslimits zu finden sind.

Gewichtsklassen Frauenboxen: Profi vs. Amateur

Bereich Typische Einteilung
Profiboxen zahlreiche Divisionen von sehr leicht bis Schwergewicht
World Boxing 10 Frauenklassen
LA 2028 7 Frauenklassen
WBA-Profi 16 Frauen-Divisionen
WBC-Profi zahlreiche Divisionen inklusive Atomweight

Die Unterschiede sind also nicht unbedingt widersprüchlich. Sie entstehen vor allem dadurch, dass unterschiedliche Organisationen unterschiedliche Wettbewerbe und Regeln verwenden. (World Boxing Association)

Warum gibt es so viele Gewichtsklassen?

Gewichtsklassen sollen dafür sorgen, dass Boxerinnen mit möglichst vergleichbaren körperlichen Voraussetzungen gegeneinander antreten.

Das Körpergewicht kann Einfluss auf Kraft, Stabilität, Reichweite und Schlagwirkung haben. Würden alle Athletinnen unabhängig vom Gewicht in einer einzigen Klasse antreten, könnten besonders schwere Boxerinnen gegenüber deutlich leichteren Gegnerinnen erhebliche physische Vorteile besitzen.

Durch zusätzliche Zwischenklassen können Boxerinnen außerdem zwischen zwei traditionellen Gewichtsklassen wechseln, ohne sofort gegen wesentlich schwerere Gegnerinnen antreten zu müssen.

Der WBC beschreibt die Entwicklung zusätzlicher Junior- und Zwischenklassen ausdrücklich als Reaktion auf die Belastungen extremer Gewichtsreduktion und auf Wettbewerbsnachteile beim Wechsel in die nächste traditionelle Gewichtsklasse. (WBC Boxing)

Gewicht machen vor einem Boxkampf

Vor einem Profikampf müssen Boxerinnen das vorgeschriebene Gewichtslimit einhalten. Deshalb spielt das sogenannte Gewichtmachen eine wichtige Rolle.

Dabei versuchen Sportlerinnen, ihr Körpergewicht innerhalb der zulässigen Grenze zu halten. Extreme kurzfristige Gewichtsverluste können allerdings erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Der WBC weist insbesondere auf die Risiken starker Dehydrierung im Zusammenhang mit Gewichtskontrolle hin. (WBC Boxing)

Das optimale Wettkampfgewicht ist deshalb nicht automatisch das niedrigstmögliche Gewicht. Entscheidend sind unter anderem Leistungsfähigkeit, Regeneration und individuelle körperliche Voraussetzungen.

Welche Gewichtsklasse ist beim Frauenboxen die häufigste?

Eine einzelne „Standardklasse“ gibt es nicht. Besonders bekannt sind jedoch Fliegengewicht, Bantamgewicht, Federgewicht, Leichtgewicht, Weltergewicht und Mittelgewicht.

Die Bekanntheit einzelner Divisionen hängt auch davon ab, welche Boxerinnen dort antreten und welche Titelkämpfe stattfinden. Erfolgreiche Athletinnen können durch Kämpfe in mehreren Gewichtsklassen zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten.

Gewichtsklassen Boxen Frauen Tabelle – kompakte Übersicht

Für eine schnelle Orientierung lassen sich die wichtigsten Klassen so zusammenfassen:

Gewicht Gewichtsklasse
bis 46,27 kg Light Minimumweight
bis 47,63 kg Mini Flyweight
bis 48,99 kg Light Flyweight
bis 50,80 kg Flyweight
bis 52,16 kg Super Flyweight
bis 53,52 kg Bantamweight
bis 55,34 kg Super Bantamweight
bis 57,15 kg Featherweight
bis 58,97 kg Super Featherweight
bis 61,23 kg Lightweight
bis 63,50 kg Super Lightweight
bis 66,68 kg Welterweight
bis 69,85 kg Super Welterweight
bis 72,58 kg Middleweight
bis 76,20 kg Super Middleweight
bis 79,38 kg Light Heavyweight
bis 90,72 kg Cruiserweight
über 90,72 kg Heavyweight

Die Limits entsprechen der offiziellen WBA-Einteilung für Frauen-Weltmeisterschaftskämpfe. (World Boxing Association)

Fazit

Die Gewichtsklassen im Frauenboxen sind 2026 sehr fein abgestuft. Im professionellen Bereich reicht die Einteilung je nach Verband von sehr leichten Klassen wie Light Minimumweight beziehungsweise Atomweight bis zum Schwergewicht.

Für die meisten Leser sind vor allem Fliegengewicht bis 50,8 kg, Bantamgewicht bis 53,5 kg, Federgewicht bis 57,2 kg, Leichtgewicht bis 61,2 kg, Weltergewicht bis 66,7 kg, Mittelgewicht bis 72,6 kg und Schwergewicht über 90,7 kg wichtige Orientierungspunkte.

Wer eine konkrete Gewichtsklasse für einen Wettkampf sucht, sollte jedoch immer prüfen, welcher Verband und welches Regelwerk gilt. Im Amateurboxen und bei internationalen Wettbewerben von World Boxing gelten teilweise völlig andere Gewichtslimits als im Profiboxen. (World Boxing)

Quellen und weiterführende Informationen

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